44 Faktoren beeinflussen Lesbarkeit von Schriften

Für die Lesbarkeit von Etiketten und Schildern zur Kennzeichnung im Lager gibt es eine Faustregel. Die Schrifthöhe in Zentimetern ergibt sich aus dem Leseabstand in Zentimetern dividiert durch 250. Bei einer Leseentfernung von 6 Metern müssen Buchstaben und Zahlen also mindestens 2,4 cm groß sein. Sind die Schriftzeichen zu klein oder zu eng stehend, sind sie nur schwer zu entziffern. Das nennt man übrigens Augenpulver, besser bekannt als „Kleingedrucktes“.

In Abhängigkeit von der Schriftgröße stehen dann u.a. Linienbreite, Zeichen- und Wortabstand. Die Linienbreite von Ziffern und Buchstaben sollte ein Siebtel bzw. ein Achtel der Schriftgröße betragen. Das gilt auch für den Zeichenabstand, allerdings muss er zusätzlich an die jeweilige Schrift angepasst werden. Für den Wortabstand gelten drei Siebtel der Schrifthöhe als ideal. Und dann gibt es noch zahlreiche weitere Kriterien. Das Gute: Basierend auf dem Sehwinkel und einem gegebenen Leseabstand lassen sich alle wesentlichen Parameter mithilfe der DIN 1450 berechnen.

Einfacher ist es dann schon wieder mit dem Kontrast. Am besten lesbar ist schwarze Schrift auf weißem Grund, die sogenannte Positivdarstellung. Besonders schwer lesbar ist hingegen blaue oder rote Schrift auf schwarzem oder gelbe Schrift auf weißem Untergrund. Und weil das menschliche Auge weit auseinanderliegende Wellenlängen nicht gleichzeitig scharf wahrnehmen kann, verbieten sich außerdem Farbkombinationen wie blau auf rot oder grün auf lila.

Und noch etwas: Fliegen sind nicht nur dann lästig, wenn sie um das Bier kreisen. Auch in einem Tәxt beeinträchtigt der sogenannte Fliegenkopf die Lesbarkeit, dann hat sich ein falsches Zeichen, meist noch auf dem Kopf stehend eingeschlichen. Und ein Zwiebelfisch ist ein Zeichen aus einer falschen Schriftart.

Auf die Lesbarkeit von Schriften und Ziffern nehmen gleich 44 Faktoren Einfluss. Die Schriftgröße ist nur einer davon.

Bild: haarmann-optik.de