Westnetz: Gas geben für die Energiewende

Westnetz, eine hundertprozentige Tochter der innogy SE, ist größter Verteilnetzbetreiber im Westen Deutschlands und versorgt rund siebeneinhalb Millionen Einwohner zwischen Emsland und Hunsrück mit Strom, Gas und Glasfaserkabel für schnelles Internet (Abb. 1). Mit 5.100 Mitarbeitern an 165 Standorten verantwortet Westnetz ein Stromnetz von 185.000 und ein Gasnetz von 28.000 Kilometern Länge von Planung und Bau über Betrieb bis hin zur Instandhaltung. Die hohe Anzahl an dezentralen Standorten ist dem Umstand geschuldet, dass durch die Energiewende immer häufiger Strom von kleinen, dezentralen Erzeugern wie Windparks oder Photovoltaikanlagen auf Privathäusern in das Netz eingespeist wird. Um angesichts der Energiewende zukunftsfähig zu bleiben, investiert Westnetz in den Aus- und Umbau der Infrastruktur, moderne Prozessabläufe und innovative Techniken, um intelligente Netze zu schaffen.


Bild:
Westnetz GmbH

Kennzeichnungen beschleunigen Prozesse erheblich
Ein Schritt in Richtung Zukunft ist die aktuell laufende Neustrukturierung des 2004 in Betrieb genommenen Lagers in Pulheim-Brauweiler inklusive IT-gestützter Lagerung mit Scanner-Technik. Von Brauweiler aus beliefert Westnetz Bedarfsstellen von Niedersachsen bis Rheinland-Pfalz mit Materialien, die für die Energieversorgung nötig sind. Mehr als 9.000 verschiedene Materialien, vom Dübel über Lichtmasten, Transformatoren, Kabeltrommeln bis hin zu Ladesäulen, Ladeboxen und Zubehör für die Elektromobilität sowie SmartHome-Produkte werden in Brauweiler auf einer Fläche von 40.000 qm bevorratet und kommissioniert. Um die Lagerbereiche, speziell im Außenbereich, eindeutig zu trennen und Fehlbuchungen zu vermeiden, hat Westnetz gemeinsam mit ONK, dem Kölner Spezialisten für visuelle Lagerorganisation, alle Stellplätze mit barcodierten und auf das neue IT-System abgestimmten Etiketten sowie selbstklebenden Bodenmarkierungen neu gekennzeichnet. „Die Barcodeetiketten sind Voraussetzung zur Nutzung des WMS und beschleunigen sowohl Warenausgang als auch Kommissionierung um ein Vielfaches, weil sie für eine schnellere Orientierung zwischen den verschiedenen Lagerbereichen sorgen und Fehlbuchungen auf einen falschen Lagerplatz ausschließen“, betont Christian Salzmann, Projektleiter Logistik-IT bei der Westnetz GmbH.

Regalplatzetiketten mit Farbcodierung für jede Ebene
Die auf bis zu acht Ebenen und bis zu einer Höhe von sechseinhalb Metern verteilten Stellplätze in der Verschieberegalanlage zum Beispiel wurden mit knapp 2.300 magnetischen und selbstklebenden Etiketten beschriftet – je nachdem, ob die Beschriftung temporär oder dauerhaft sein muss. Für eine schnelle Orientierung wurde jeder Ebene ein eigener Farbcode, z.B. Gelb für Ebene 2 und Hellgrün für Ebene 3, zugewiesen. Auf die verschiedenfarbigen Untergründe aufgedruckt, ist jeweils sowohl die barcodierte als auch klarschriftliche Stellplatzkoordinate sowie Richtungspfeile für die 1. und 2. Höhenposition. Mehrfarbige Etiketten kennzeichnen auch die Stellplätze in Langgutpaternostern, in denen Westnetz Materialien lagert, die nicht in Standardregale passen, wie z.B. 6-Meter-Flachstahl.

UV-geschütze Beschriftungen im Außenlager
Besondere Herausforderungen an die Kennzeichnung stellte die Beschriftung der mehr als 1.000 Stellplätze in den Kabeltrommelregalen im Außenbereich. „Die Etiketten müssen nicht nur witterungsbeständig sein, sondern dürfen beim Scannen unter Sonneneinstrahlung nicht zu stark reflektieren“, erklärt Salzmann. Die Wahl fiel auf magnetisch haftende Folienetiketten mit UV-Schutzlaminat, auch hier mit Farbcodierung für unterschiedliche Ebenen. Sie halten bei Hitze, Minusgraden und Frost zuverlässig auf den verzinkten Regaloberflächen und lassen sich dennoch schnell austauschen, wenn sich die Lagertopologie ändert. Das vollflächig aufgebrachte UV-Laminat schützt die Beschriftung vor dem Ausbleichen. Auch die mehr als 1.000 Stellplätze in den Kragarmregalen (Abb. 2) im Außenbereich wurden mit UV-schutzlaminierten, allerdings selbstklebenden Folienetiketten beschriftet, da die Beschriftung hier dauerhaft und nicht austauschbar sein sollte. Zusätzlich wurde dieser Regalbereich mit selbstklebenden Bodenmarkierungen versehen, auf denen die Stellplatzkoordinaten jeweils als Barcode und in Klarschrift aufgedruckt sind. Weil die Bodenmarkierungen aus PVC-Hartfolie sind, können sie problemlos mit Hubwagen und Staplern überfahren werden.


Bild: ONK GmbH

Die Neustrukturierung des Lagers und die Implementierung des neuen IT-Systems in Brauweiler sind fast abgeschlossen – alles im gesetzten Zeitrahmen, auch dank ONK. „Innerhalb kürzester Zeit nach unserer Anfrage war ONK für eine Besichtigung und Beratung bei uns vor Ort und auch die Auftragsabwicklung lief schnell und reibungslos“, so Salzmann. „Die Schnelligkeit ist nur einer der Gründe, warum wir schon seit zehn Jahren mit ONK zusammenarbeiten. Die Flexibilität bei der Gestaltung der Etiketten sowie die hohe Qualität und damit Haltbarkeit der Kennzeichnungslösungen sind weitere.“